Ernährungsberatung Schorndorf

Ernährung nach einer Magenentfernung
"Essen hält Leib & Seele zusammen"
Zertifizierte auf dich abgestimmte Ernährungsberatung 
         
              

Ernährungsberatung in Schorndorf Sarah Mörstedt

Unser Magen erfüllt zahlreiche Aufgaben. Er ist ein dehnbarer Muskelschlauch mit einem Fassungsvermögen bei Erwachsenen von ca. 2,5 Litern. Indem er gedehnt wird, entsteht das Sättigungsgefühl. Zunächst speichert er die Nahrung und gibt sie dann nach und nach an den Dünndarm ab. Durch die Magensäure (enthält Salzsäure) kann er Bakterien abtöten. Er bildet einen Faktor (Intrinsic Faktor) der die Vitamin B12 Aufnahme aus der Nahrung ermöglicht. Eisen wird durch Salzsäure aus dem Magen für unseren Körper ebenfalls leichter verfügbar. Außerdem produziert er ein Hormon, das ein Hungergefühl auslöst.

Weshalb ist eine Ernährungstherapie bei einer Magenentfernung unerlässlich?

Nach einer Operation sind verschiedene Mechanismen gestört oder nicht mehr vorhanden, je nach Ausmaß der Operation (Teil- oder Vollentfernung (Gastrektomie). Die Ernährungstherapie unterstützt Sie dabei, Ihre Beschwerden insgesamt zu reduzieren und hierdurch Ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen. Eine energieangepasste vollwertige Ernährung unter Aufsicht einer zertifizierten Ernährungsfachkraft kann so langfristig zu Ihrem Erfolg führen. Die Ernährung wird angepasst an Ihr aktuelles Gewicht & gemeinsam definierter Zielsetzung für Ihr zukünftiges Gewicht. Ziel ist es alle für Sie wichtigen Fettsäuren, Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) Energie und Eiweiß in dem Maß zuzuführen, damit ihr Körper optimal versorgt wird. Hierfür werden gezielt entzündungsförderliche Lebensmittel gemieden sowie reichlich entzündungshemmende Lebensmittel verzehrt.

 

Ziele:

  1. Stetiger Kostaufbau nach der Operation bis zu einer vollwertigen Dauerernährung

  2. Verbesserung Ihres Ernährungszustandes: Albuminwert, Immunstatus, (Ihr Albuminwert sollte im Blutbild nicht unter 3 sein)

  3. weniger Beschwerden & Komplikationen

  4. Lebensmittelauswahl bei Laktoseintoleranz

  5. Koch-und küchentechnische Hinweise

  6. Hilfsmittel und Nahrungsmittelauswahl bei Durchfall, Dumping-Syndrom

  7. Mangelernährung entgegenwirken

  8. Bei Beschwerden wie Durchfall, ungewollter Gewichtsverlust, Fett im Stuhlgang (=Steatorrhoe) können Pankreasenzyme sowie MCT-Fett helfen. Diese bitte erst nach qualifizierter Beratung anwenden, da es hierbei wichtige Dinge zu beachten gibt und beide Produkte nicht parallel zu Beginn verwendet werden müssen.

Der verkleinerte (= Teilresektion (z.B. Sleeve oder Magenverkleinerung)

oder ganz entfernte Magen (= Gastrektomie)

Magenverkleinerungen / Magenentfernungen führen zu einem vorschnellen Sättigungsempfinden, das dazu führen kann, dass Sie nur noch kleinere Portionen essen können oder Ihre Portion nicht ganz aufessen können. Dies birgt das Risiko zu viel Gewicht zu verlieren. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihrem Körper genügend Energie zuführen. Viele Patienten haben kaum ein Hungergefühl, was eine geringere Nahrungsaufnahme ebenfalls zur Folge hat. Dieses Problem kann man umgehen, indem man eine Mahlzeitenaufnahme streng nach der Uhr einhält. Ihr täglicher Energiebedarf liegt weitaus höher als vor der Operation, dieser wird innerhalb der Beratung jedoch genau berechnet indem Ihre Größe, aktuelles Gewicht sowie weitere Faktoren die den Energiebedarf beeinflussen (Bewegung - Kalorienverbrauch, Energieverbrauch für weitere Tätigkeiten) hineingerechnet werden. Des Weiteren ist für Sie wichtig, dass Sie genügend Protein aufnehmen. Den Eiweißbedarf sowie die Deckung des Bedarf passend zu Ihrer individuellen Situation ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährungstherapie.

Häufige Gefahren / Komplikationen nach einer Magenoperation

  1. Agastrische Dystrophie, ungewollte Gewichtsabnahme durch ein fehlendes Hunger- & Sättigungsgefühl

  2. Mangelernährung (Mangel an Energie - sinkendes Gewicht und oder Mangel an Protein (Muskelabbau, Beachten Sie einen Albuminwert von mind. 3 (siehe Blutbild)

  3. Untergewicht, ungewollte Gewichtsabnahme

  4. Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen

  5. geringe Reservoirfunktion

  6. Dumping-Syndrom (Früh- und Spätdumping) --> Durchfallsymptomatik

  7. verkürzter Nahrungsweg / Kontaktzeit --> Gefahr von Durchfall

  8. Weitere Auswirkungen auf die Verdauung: z.B. Grehlin-Hungerhormon ist weniger / nicht mehr vorhanden --> fehlendes Hungergefühl --> weniger Mahlzeiten oder kleinere Portionen --> ungewollte Gewichtsabnahme

  9. evtl. kann eine Laktoseintoleranz entstehen

  10. Gefahr einer Keimbesiedlung (Magensäure und damit Salzsäure fehlt) --> auf Hygiene achten bei der Zubereitung, Lagerung von Lebensmitteln u. Speisen.

  11. Blind-Loop-Syndrom (nach einer Billroth 2-Operation) Speisebrei kann in die zuführende Schlinge gelangen, Entzündungsgefahr besteht

  12. mangelhafte Stimulation der Entero-Hormone --> schlechtere Verwertung der Nahrung --> ungewollte Gewichtsabnahme

  13. Fett im Stuhlgang - Steatorrhoe --> zeigt eine schlechte Verwertung der Nahrungsbestandteile

Vitamin B12: Dieses Vitamin kann nach der Magenentfernung nicht mehr aufgenommen werden- eine Injektion (mind. alle drei Monate oder auch wöchentlich (sehr große Personen) ist notwendig.

Eisen: Die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung wird durch Magensäure verbessert. Fehlt diese, kann ein Mangel entstehen.

Vitamin D und Calcium: Durch die Gabe von einen Kombinationspräparat wird die Versorgung optimiert.  

Dumping Syndrom

Eine häufig auftretende Komplikation nach Magenoperationen ist das Dumping Syndrom.

Wörtlich übersetzt heißt „to dump“ = „stürzen“.

 

Dieses Syndrom kann in zwei Phasen eingeteilt werden:

Frühdumping:

beginnt ca. 15-20 min  nach dem Essen und äußert sich in Form von Völlegefühl, Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Diese Symptome können nach einigen Monaten wieder verschwinden.

Spätdumping:

beginnt ca. 1- 1,5 h nach der Mahlzeit auf. Zeichen sind Schwitzen, Übelkeit, Unruhe,  Zittern und oder Heißhunger.

Es kommt seltener als das Frühdumping vor und die Symptome klingen auch relativ schnell wieder ab.

Gerne erläutere ich Ihnen in der Beratung wie Sie das Dumping-Syndrom vermeiden können und diesem diätetisch entgegenwirken können.

Einordnung Ihres Gewichts - Definition und Klassifikation des Gewichts im Verhältnis zur Größe.

Für Kinder und Jugendliche gelten spezielle Perzentilkurven, hier kann der BMI nicht einfach angewendet werden.

BMI und Interpretation: BMI: body mass index

Formel: Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m)2 (ergibt die Einheit kg/m2)

Normalgewicht: 18,5 – 24.9

Übergewicht = Präadipositas: 25 – 29.9

Adipositas Grad I: 30 – 34.9

Adipositas Grad II: 35 – 39.9

Adipositas Grad III: > 40 = per magna

Untergewicht: <18,5

BMI 17 - 18,5 leichtgradiges Untergewicht

BMI 16 - 17 mäßiggradiges Untergewicht

BMI < 16 hochgradiges Untergewicht (Grad 1 und 2)

BMI 15 - 16 schweres Untergewicht

BMI < 15 extremes Untergewicht

 

Blutbild:

Es empfiehlt sich seinen Omega 3- Index regelmäßig überprüfen zu lassen.

Dieser gibt Auskunft über die Versorgung mit wertvollen Omega 3 Fettsäuren (alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure), die maßgeblich Entzündungsprozessen im Körper entgegenwirken können.

Ernährungstherapie

  • ganzheitliche Therapie - haben Sie Begleiterkrankungen die innerhalb der Beratung zu berücksichtigen sind?

  • Energiegerechte & eiweißgerechte vollwertige Ernährung, Bedarf errechnen

  • evtl. ist eine energiegangereicherte / und oder eiweißangereicherte Ernährung für Sie sinnvoll.

  • Energie & Protein zur Anreicherung Ihrer Speisen können über natürliche Lebensmittel oder über Supplemente erfolgen, hierzu berate ich Sie gerne. Es gibt auch Trinknahrungen zu Ergänzung, die Ihnen Ihr Arzt verordnen kann bei starkem Untergewicht.

  • Mikronährstoffmangel und Mineralstoffmangel vermeiden & evtl. durch Nährstoffpräparate entgegenwirken

  • Proteinmangel verhindern

  • entzündungshemmende Kost zur Vorbeugung von Krankheiten

  • Mangelernährung verhindern, Gewicht im Auge behalten, wöchentlich kontrollieren

  • Welche Nährstoffe benötige ich in welchem Verhältnis?

  • ausreichend Ballaststoffe zuführen (>30 g / Tag wären wünschenswert, evtl. können Ballaststoffpräparate / natürliche Ballaststoffquellen zum Anreichern genutzt werden.

  • ausreichend Flüssigkeit: Gesamtflüssigkeit pro Tag: 30 - 35 ml je kg Körpergewicht und Tag. Achtung dabei handelt es sich nicht um die reine Trinkflüssigkeit. Die Flüssigkeit durch Lebensmittel (ca. 500 - 800 ml) muss hiervon noch abgezogen werden, sodass eine Menge von ca. 1,3 - 2 l Trinkflüssigkeit entsteht.

  • Fett im Stuhlgang (Steatorrhoe) entgegenwirken

  • Eine für Sie angepasste Lebensmittelauswahl mit koch- und küchentechnischen Hinweisen (für das Frühstück, Zwischenmahlzeiten, Mittagessen, Abendessen)

  • Sie essen Ihre warme Mahlzeit gerne abends? Gerne gehe ich individuell auf Ihre Situation ein und wir erstellen einen Plan wie Sie Ihre vollwertige Ernährung praktisch in Ihren Alltag umsetzen können.

  • welche Öle sind gut für mich? Auf was muss ich in Bezug zur entzündungshemmenden Kost achten?

  • Wieviel Streichfett (Butter/Margarine/Pflanzenfett) darf ich verwenden und welche Produkte sind empfehlenswert?

  • ausreichend Omgea-3 - Fettsäuren und essentielle Fettsäuren zuführen

  • sinnvolle Mahlzeitenhäufigkeit für Ihren individuellen Fall abstimmen - Mahlzeiteneinteilung

  • angestrebte Gewichtsstabilisierung / - normalisierung & den geschätzten Zeitraum hierfür definieren

  • was gilt es bei Getränken und alkoholischen Getränken zu beachten?

  • Wie wirkt sich Bewegung auf Ihren Körper und damit auch auf Ihre Ernährung aus?

  • Blutzuckerschwankungen vermeiden

  • Süßen von Lebensmitteln - Süßstoffe, Glucose, Fruktose, Zucker und Zuckeraustauschstoffe, was kann ich verwenden und in welcher Menge? Wie hoch ist die jeweilige Süßkraft der unterschiedlichen Produkte?

  • was gilt es beim Backen und Kochen zu beachten?

  • was sind günstige Zwischenmahlzeiten / Hauptmahlzeiten

  • Essen außer Haus - was gilt es zu beachten?

  • Urlaub, Schiffsreise oder Klinikaufenthalt, was gilt es zu beachten?

  • Komplikationen / Begleiterscheinungen (z.B. Fett im Stuhlgang, ungewollte Gewichtsabnahme, Völlegefühl etc.) was kann ich dagegen tun?

  • Tagespläne als Beispiel für die praktische Umsetzung im Alltag

  • Genusstraining

  • Optimierung Ihrer Essenssituation

  • Wie kann ich mit natürlichen Lebensmitteln meinen Stoffwechsel ankurbeln und unterstützen?

  • langfristiges Halten eines gemeinsam definierten Gewichts

  • evtl. kann eine Konsistenzanpassung (Weichkost, passierte Kost) sinnvoll oder erforderlich sein

  • Zusätzliche Therapieoptionen

  • Nahrungsergänzungsmittel - unter Umständen kann eine Ergänzung sinnvoll sein

  • und weitere Themen

Weitere Auswirkungen auf die Verdauung

Weniger Salzsäure

Ein verkleinerter Magen produziert nicht mehr soviel Salzsäure, weshalb sie besonders auf eine hygienische Herstellung der Speisen achten sollten. Genießen Sie Rohwaren wie Salami, Rohmilchkäse, Tatar oder Sushi nur mit Vorsicht. Diese Lebensmittel sind roh und somit für Sie weniger geeignet.

 

Reduziertes Speichervolumen

Durch die Operation, wurde der Magen verkleinert und kann somit nicht mehr soviel Nahrung speichern. Die Speisen verlassen Ihren Magen schneller und gelangen somit schneller in den Dünndarm. Deswegen empfehle ich Ihnen, sich kurz nach dem Essen hinzulegen, um einer zu schnellen Passage der Nahrung entgegenzuwirken.

 

Verringerte Nahrungsausnutzung

Des Weiteren empfehle ich Ihnen, mittags ca. 15 min vor dem Hauptgang eine kleine Scheibe Mischbrot oder eine Tasse fettreiche Fleischbrühe zu essen, damit Ihre Enzyme angeregt werden, die Speisen zu verdauen, da es häufig nach Magenoperationen zu einer schlechteren Nahrungsverwertung kommt. Auch in Hinblick dieses Aspektes, ist eine ausreichende Energiezufuhr unerlässlich.

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Hilfestellung:

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mit gesundem Essen

für mehr Wohlbefinden

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, & eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Hippokrates (460 - 370 v. Chr.)