Ernährungsberatung Schorndorf
Die wichtigste Aufgabe der Nieren ist es, das Blut zu filtern & zu reinigen zur Entgiftung des Körpers. Nierensteine (= Nephrolithiasis) sind harte Steine, die sich aus kristallinen Stoffen des Urins bilden können in Nieren, im Nierenbecken und in den ableitenden Harnwegen. Viele kleine Kristalle verlassen den Körper, ohne dass diese überhaupt bemerkt werden. Kristalle, die zurückbleiben, können als Kristallisationskeim wirken und zum Nierenstein werden. Bestimmte Ernährungsgewohnheiten können auch Nierensteine begünstigen. Erst wenn die Steine in den Harnleiter wandern, verursachen sie Schmerzen: starke Krämpfe an der seitlichen Bauchregion, begleitet von Übelkeit & Erbrechen (= eine Nierenkolik). Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Ursache ist eine Übersättigung des Harns mit steinbildenden Substanzen.

Ursachen für eine Übersättigung des Harns mit steinbildenden Substanzen

  • Vermehrte Ausscheidung steinbildender Substanzen (wie Kalzium, Phosphat, Oxalat, Harnsäure) & gleichzeitig eine

  • verminderte Ausscheidung nicht-steinbildender Substanzen (Magnesium, Citrat)

  • Erhöhte Urinkonzentration aufgrund von Flüssigkeitsmangel und Austrocknung (starkes Schwitzen, Dehydratation, zu wenig Flüssigkeit über Lebensmittel und Trinkwasser), Tropenklima oder chronischen Darmerkrankungen

  • Kalziumstoffwechsel - Störungen z.B.  aufgrund einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen mit vermehrter Kalziumausscheidung

  • Harnsäurestoffwechsel - Störungen mit vermehrter Harnsäureausscheidung, (durch Enzymdefekte oder purinhaltige Ernährung (siehe mehr zu Gicht, erhöhte Harnsäurewerte), Alkoholmissbrauch oder Zerfall von Tumorgewebe begünstigt werden

  • Urin mit einem pH-Wert von weniger als 5,5 (bei Harnsäuresteinen) oder mehr als 7,0 (bei Phosphatsteinen)

Risikofaktoren die eine Nierensteinbildung begünstigen:

  • Übergewicht

  • Ernährung: Bestimmte Trink- und Essgewohnheiten

  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme (Gesamtflüssigkeit berücksichtigen: Trinkflüssigkeit & Flüssigkeit über Lebensmittel & Speisen)

  • Nahrungsmittel, die dem Körper Wasser entziehen, und den Harn mit Salzen übersättigen (z.B. Spargel, Rhabarber)

  • Harnstauung durch Narben, Verengungen oder Fehlbildungen in den Nieren oder ableitenden Harnwegen

  • evtl. Nahrungsergänzungsmittel, die Kalzium & Vitamin D enthalten (Dosierung beachten!)

  • Bestimmte Medikamente wie Azetalzolamid, Sulphonamide, Triamteren, Indinavir und sehr hohe Dosen von Acetylsalicylsäure (ASS) (> 4 g/ Tag)

  • Familiäre Disposition (Genetik) - Auftreten von Nierensteinen bei Familienangehörigen

  • Wiederholte Harnwegsinfektionen

Weshalb ist eine Ernährungstherapie wichtig?

Die Ernährungstherapie unterstützt Sie dabei, Ihre Nieren optimal in Ihrer Funktion zu unterstützen & Nierensteinen vorzubeugen sowie vorhandenen Nierensteine einfach aufzulösen und somit zu entfernen (kleine Steine durch reichliche Flüssigkeitszufuhr). Des weiteren ist es von höchster Bedeutung hierfür Ihren Körper mit allen für Sie wichtigen Fettsäuren, Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) Energie und Eiweiß optimal zu versorgen. Insgesamt zielt die Therapie darauf ab entzündungsförderliche Lebensmittel zu meiden & gleichzeitig reichlich entzündungshemmende Lebensmittel zu verzehren. Bei Übergewicht / Adipositas ist evtl. eine Gewichtsreduktion empfehlenswert. Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Versorgung mit Flüssigkeit gelegt, ein Trink - & Essprotokoll kann hierzu Hinweise zu einer mangelnden Flüssigkeitszufuhr geben. Neuen Nierensteinen soll durch die Ernährungstherapie ebenfalls vorgebeugt werden (Rezidiv-Prävention). Größere oder auch eingeklemmte Steine müssen zerkleinert oder entfernt werden.

Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten mit Ihrem Arzt absprechen, ob sie ihre Flüssigkeitszufuhr kontrollieren müssen.

Nierensteinarten - Zusammensetzung

Zunächst bildet sich Nierengries (feine Steine) diese werden dann zu immer größeren Steinen.

  • Kalziumhaltige Steine: (ca. 70 % aller Nierensteine) z. B. Kalziumoxalatsteine oder Kalziumphosphatsteine

  • Harnsäuresteine: (ca.15 % aller Nierensteine) = Uratsteine

  • Magnesium - Ammonium-Phosphat-Steine: (ca. 10 % aller Nierensteine) = Struvit- oder Infektsteine.

  • Zystin - & Xanthin-Steine: (ca. 2 % aller Nierensteine)

Aufgaben der Nieren:

  • Entgiftung: harnpflichtige Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure), Fremdstoffe, Medikamente, Umweltgifte

  • Konstanthaltung des Wasserhaushaltes und osmotischen Druckes durch Elektrolytregulation

  • Hormonbildung: Renin & Erythropoetin, Vitamin D- Aktivierung in Calcitriol

  • Aufrechterhaltung des Säure-Basenhaushaltes: Blut-PH-Wert: 7,4, unterstützt den Bicarbonatpuffer (HCO3- + H+ <-> H2CO3 <-> CO2 + H2O ), H+ Ausscheidung - Regulation

Harnbildung

  • Renin steuert den Filtrationsdruck

  • Filtration / d = 180 Liter = 1,5 Liter Urin /Tag

Nierenschwelle von Glukose: 180mg/dl / Tag

= max. Resorptionsmenge! --> mehr Glucose wird als Rest ausgeschieden (bei Diabetes mellitus)

Nephron (Nierenrinde) = funktionelle Einheit

Nephrone bestehen aus Nierenkörperchen & Nierenkanälchen

1) Nierenkörperchen - Primärharnbildung  

  • Glomerulus-Gefäßeinheit (Arterien) --> Ultrafiltration

  • Baumannsche Kapsel (engmaschiger Filter, Proteine bleiben hängen)

2) Nierenkanälchen (Tubulus - Apparat)

  • – Reabsorption, Sekretion, Konzentration

  • Sekundärharnbildung (Endharn)

  • proximaler Tubulus (Reabsorption: AS, Glukose, Wasser, Elektrolyte)

  • Henlesche Schleife (Wasser)

  • distaler Tubulus (Wasser, Elektrolyte)

  • Verbindungstubulus (Elektrolyte)

 

Sammelrohr (Wasserrückresorptionsort) sammelt den Sekundärharn & führt diesen ins Nierenbecken

Einordnung Ihres Gewichts - Definition und Klassifikation des Gewichts im Verhältnis zur Größe.

Für Kinder und Jugendliche gelten spezielle Perzentilkurven, hier kann der BMI nicht einfach angewendet werden.

BMI und Interpretation: BMI: body mass index. Formel: Körpergewicht in kg : (Körpergröße in m)2

Untergewicht: <18,5

Normalgewicht: 18,5 – 24.9

Übergewicht = Präadipositas: 25 – 29.9

Adipositas Grad I: 30 – 34.9

Adipositas Grad II: 35 – 39.9

Adipositas Grad III: > 40 = per magna

Ernährungstherapie

  • Antientzündliche Ernährung als Basis, individuell auf Sie abgestimmt

  • Individuelle Energie - & Proteinbedarfsberechnung

  • ganzheitliche Therapie - haben Sie Begleiterkrankungen die innerhalb der Beratung zu berücksichtigen sind?

  • Fettauswahl insgesamt, wie sollte diese gestaltet sein

  • wieviel tierische Lebensmittel (z.B. Fleischwaren, Milch u. Milchprodukte, Käse, Fischwaren, Eier) sind empfehlenswert?

  • Auf was muss ich bei der Auswahl tierischer Lebensmittel achten?

  • Wie kann ich durch die Ernährung Entzündungsprozessen entgegenwirken?

  • Körpergewicht: Bei Übergewicht / Adipositas ist evtl. eine Gewichtsreduktion empfehlenswert.

  • Mikronährstoffmangel und Mineralstoffmangel vermeiden & evtl. durch Nährstoffpräparate entgegenwirken

  • Proteinmangel / Proteinüberschuss verhindern

  • Welche Nährstoffe benötige ich in welchem Verhältnis?

  • ausreichend Ballaststoffe zuführen (> 30 g / Tag) über natürliche Lebensmittel, evtl. Ballaststoffsubstitution

  • ausreichend Flüssigkeit: Gesamtflüssigkeit pro Tag: 30 - 35 ml je kg Körpergewicht und Tag. Achtung dabei handelt es sich nicht um die reine Trinkflüssigkeit. Die Flüssigkeit durch Lebensmittel (ca. 500 - 800 ml) muss hiervon noch abgezogen werden, sodass eine Menge von ca. 1,3 - 2 l Trinkflüssigkeit entsteht. Unter Absprache mit Ihrem Arzt, evtl. ist eine Flüssigkeitsbegrenzung nötig, diese wird dann mitberücksichtigt.

  • wertvolle antikanzerogene (krebsschützende) sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe zuführen

  • Eine für Sie angepasste Lebensmittelauswahl mit koch- und küchentechnischen Hinweisen (für das Frühstück, Zwischenmahlzeiten, Mittagessen, Abendessen)

  • Sie essen Ihre warme Mahlzeit gerne abends? Gerne gehe ich individuell auf Ihre Situation ein und wir erstellen einen Plan wie Sie Ihre vollwertige Ernährung praktisch in Ihren Alltag umsetzen können.

  • welche Öle sind gut für mich? Auf was muss ich in Bezug zur entzündungshemmenden Kost achten?

  • Wieviel Streichfett (Butter/Margarine/Pflanzenfett) darf ich verwenden und welche Produkte sind empfehlenswert?

  • ausreichend Omgea-3 - Fettsäuren und essentielle Fettsäuren zuführen

  • Wie kann ich mit natürlichen Lebensmitteln meinen Stoffwechsel ankurbeln und unterstützen?

  • sinnvolle Mahlzeitenhäufigkeit für Ihren individuellen Fall abstimmen - Mahlzeiteneinteilung

  • angestrebte Gewichtsstabilisierung / - Normalisierung & den geschätzten Zeitraum hierfür definieren

  • was gilt es bei Getränken und alkoholischen Getränken zu beachten?

  • Wie wirkt sich Bewegung auf Ihren Körper und damit auch auf Ihre Ernährung aus?

  • Blutzuckerschwankungen vermeiden

  • Süßen von Lebensmitteln - Süßstoffe, Glucose, Fruktose, Zucker und Zuckeraustauschstoffe, was kann ich verwenden und in welcher Menge? Wie hoch ist die jeweilige Süßkraft der unterschiedlichen Produkte?

  • was gilt es beim Backen und Kochen zu beachten?

  • was sind günstige Zwischenmahlzeiten / Hauptmahlzeiten

  • Essen außer Haus - was gilt es zu beachten?

  • Urlaub, Schiffsreise oder Klinikaufenthalt, was gilt es zu beachten?

  • Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Sodbrennen, Inappetenz, Schmerzen in Bezug zum Essen, was kann ich dagegen tun?

  • Tagespläne als Beispiel für die praktische Umsetzung im Alltag

  • Genusstraining

  • Optimierung Ihrer Essenssituation

  • langfristiges Halten eines gemeinsam definierten Gewichts

  • mit natürlichen Lebensmitteln Magen und Darm stärken

  • Zusätzliche Therapieoptionen

  • Diätetische Produkte zur Unterstützung der Ernährungstherapie

  • Nahrungsergänzungsmittel - unter Umständen kann eine Ergänzung sinnvoll sein

  • und weitere Themen

 

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„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, & eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Hippokrates (460 - 370 v. Chr.)

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Ernährungsberatung in Schorndorf Sarah Mörstedt